geerdet

abendhimmel_wp

frische landluft inhaliert, die nicht nach jauche roch. nach feld, blumen, kräutern. und wenn man diesen abendhimmel betrachtet, dann möchte ich gerne weiter ewig alltag schwänzen, mindestens noch eine woche oder doch lieber einen ganzen monat. dieses landleben im absoluten funkloch – ohne internet und mobilfunk, hat den großen vorteil, daß man plötzlich rein gar nichts vermißt. nicht den blendenden bildschirm des computers und nicht die zusammengekniffenen augen, nicht das prüfen des elektronischen postfachs, nicht den aktuellen mißlaune-bereitenden nachrichtenstand, nicht die spekulationen, nicht die gerüchteküche, nicht die tiraden. es dauert nur wenige stunden, bis man merkt, das ist alles nicht sooo wichtig, die erde dreht sich weiter, ich bin lediglich nicht mehr zu orten, gleichsam untergetaucht in hohem wiesengras, gebettet auf moospolstern, minutenweise festgekrallt von rosendornen, umsurrt von mücken, wespen und bienen. statt wummerndem baßbeat trällern lerchen, goldkehlchen, amseln. reiher und eichelhäher rufen warnend, wenn der wanderer naht. das leben tickt hier nicht nach der uhr, sondern nach dem wolken- und sonnenstand.

glück gehabt, daß die dorfnachbarn nicht gerade des ruhigen landlebens überdrüssig waren. so wie der städter mit dem dorf/land fälschlicherweise ruhe assoziiert, sucht der naturdröge dorfbewohner die lautstärke. welcher rasenmähermotor und welche kreissäge schallt weiter? welches quad/motorrad dröhnt bereits von der landstraße herüber? wie viel gas kann der motocrosser im gelände geben, damit das knattergeräusch auch noch den letzten touristen aus dem landschaftsschutzgebiet vertreibt? dagegen kann stadtverkehr in der rush hour nahezu einschläfernd leise wirken.

kopfarbeit mit handarbeit zu erstetzen, führte überdies zum vergessen jeglichen einschlafproblems. liegst du einmal im bett, liest du zwei seiten, dann klappen die augen von alleine zu. gegen diese bettschwere hat das denken keine chance. es schläft ein, ohne zu den zigtausend ereignissen im alltag und den medialen noch tiefschürfende wälzgedanken zu liefern. der konjunktiv hat sperrstunde. ich könnte jetzt… nichts mehr schreiben – für heute. und im moment fehlt mir die motivation zur blogregelmäßigkeit. man sollte sein hobby nicht als surrogat für andere sehnsüchte benutzen. ich habe nun mut zur textlücke, zum einbruch von besucherzahlen ohnehin und zum individuellen rhythmus, unabhängig vom ranking. bloggen ist eine nimmersatte zeitfreßmaschine. ich schreibe künftig nur noch nach belieben, ohne druck. beliebigkeit war nämlich nie mein ziel. ich fürchte allerdings, daß weiteres tägliches texten mich innerlich ausbrennt. ideenloses kann man aber schon genug sehen und lesen. ödnis soll mir und euch erspart bleiben. neues? vielleicht. bei gelegenheit. irgendwann. laissez-faire. und wenn es unabdingbar ist, einschreiten…

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