katze im keller, mäuse aus dem sack

als ich selbst noch klein war, schlich ich immer sehr vorsichtig in den keller. die gruselgeschichten meines bruders entfesselten dort ihre beängstigende wirkung. unterirdische dunkelheit, feucht-muffiger geruch, spinnenweben nebst getier. als ich heute mittag in den keller hinabstieg, um wie jeden tag mein fahrrad hinaufzuwuchten, hörte ich plötzlich ein klägliches wimmern. im ersten moment klang es beinahe wie ein weinendes baby. ich war jedenfalls für den bruchteil einer sekunde erstarrt. bewegungsunfähig, aber dennoch in der lage die ohren zu schärfen. wieder dieses jämmerliche greinen. eindeutig kein menschlicher laut, sondern erbärmlichstes kätzisches geweine. nur wo? niemand im haus hat eine katze, nur ich gelegentlich als ersatzdosenöffner. ich drehte um, ging zurück und stand vor zwei verschlossenen kellertüren. links oder geradeaus? lauschen… nichts. ich klapperte mit dem schlüssel. miauuu! es muß also direkt vor mir sein. ich öffne bedächtig die tür einen winzigen spalt, fürchte ich doch, daß mir ein völlig verstörtes fellbündel entgegenspringt. eine weiße pfote schiebt sich vor, ein weißer katzenkopf mit rot-bräunlichen flecken und augen mit geweiteten pupillen drückt sich in den spalt und blitzartig folgt der rest. augenscheinlich immer noch auf erkundungsgang flitzt die katze nicht etwa die kellertreppe zur ausgangstür. nein, erst muß noch der andere kellergang inspiziert werden. eine treibjagd beginnt. ich schneide ihr den weg ab, sie rennt die treppen hoch, zuckt an der geöffneten haustür zurück. das schleichvieh hat einen rechtsdrall und pirscht sich weiter die treppen in richtung erdgeschoß vor. steht dann zögerlich vor den verschlossenen wohnungstüren, maunzt ungehalten. kurz bevor ich das eigenwillige tier ergreifen kann, dreht es wieder nach rechts ab und stolziert eilig die treppe weiter empor.

scheißspiel… aber gut, daß ich in einem gartenhaus mit nur zwei etagen wohne. gar nicht auszudenken, wie das in einem hochhaus enden würde. oben angekommen, scheuche ich die katze wieder richtung ausgangstür. zimperlich bleibt sie auf dem ersten treppenansatz stehen. naja, wer weiß, wie lange das arme ding dort unten ausgeharrt hat. mir ist sie jedenfalls gestern abend nicht unauffällig gefolgt, sonst hätte ich sie in dem anderen kellergang erwischt. gut, wenn du mich nun mal schon so anschnurrst, streichle ich dich auch… und schwupps, sitzt sie auf meinen armen und wird vor die haustür getragen. irgendjemand erwartet den ausreißer vermutlich mehr oder weniger sehnlichst. dann setze ich ihn vorsichtig ab. büxt das orientierungslose wesen doch wieder in richtung haustür aus. dieses mal bin ich schneller, versperre mit den beinen den zugang, beuge mich herunter und schaue nach dem halsband. ich kann zwar die adresse noch erkennen, aber das war nun seitens der katze sichtlich das ende der bekanntschaft. sie strampelt, reißt sich los und schwupps verschwand sie im dickicht, pirschte über die straße, aber nicht in richtung heimat. du kleine, doofe mietzekatze (gelispelt wie bei daffy duck)! nach der jagd auf katzen folgte bei ihr die auf mäuse. die habe ich dann beim nahrungsmittelkonsum gelassen. immer diese tiertage… *augenroller*.

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