bier:meinungs:bild:ung

liebe kloschüssel,

sonntags umarme ich dich immer mit ganz besonderer inbrunst. ich klammere mich an deine kühlende keramik, während ich die unbill der woche aus mir herauswürge. ich leide nämlich an sonntäglicher boulevardbulimie. kennen sie das krankheitsbild etwa nicht? die symptome und ursachen sind wie oben beschrieben. so kann ich montags wieder fit zur arbeit und den boulevardesken sondermüll von unterwegs und den von kollegen obendrein mitgeteilten schlucken. mein gemeinarzt behandelt mich nur noch einmal pro quartal, obwohl das leiden chronischer mediennatur ist. er sagt, das würde von alleine verschwinden, wenn ich mich den medien nicht aussetzte. hah! von wegen, wegschauen und weghören – hab ich alles schon versucht. irgendeiner klatscht dir den unrat dann doch wieder ganz gezielt mitten in die visage.

oder dieser kommt per elektronischer post. ich bin mir zu 99,99 prozent sicher, nie an einem gewinnspiel teilgenommen zu haben oder unbedacht spammails zu öffnen. freitag ging dann das hier in meinem postfach ein:

Absender: SuperComm Data Marketing GmbH

Von: Testhaushalt newsletter@supercomm-mail.com

Sie erhalten diese E-Mail, durch Teilnahme an einem unserer Gewinnspiele oder einer unserer Umfragen (Übersicht unter http://www.netwerbung.de <http://supercomm-mail.com/12all/lt/t_go.php?i=3543&e=NzgyNTU0&l=-http–www.netwerbung.de&gt; ). Die auf den Seiten jeweils hinterlegten AGB fanden Ihre Zustimmung.

das wage ich arg anzuweifeln!!! vor allem nicht vom firmenrechner aus. da hätte sich längst der admin bei mir gemeldet, und ich hätte eine abmahnung von der firma bekommen. aber das mitgeschickte waaahnsinnswerbeangebot finde ich noch viel bezeichnender, wie man auf diesem screenshot sehen kann:

(c) axel springer ag

(c) axel springer ag

die klientel wird dadurch zweifellos auf bierkonsumenten beschränkt (im doppelten wortsinn), was ich im stillen ohnehin geahnt hatte. heute sind es keine uhren und haushaltsgeräte, mit denen die ‚bild am sonntag‘ mehr leser gewinnen kann. heute müssen menschliche grundbedürfnisse befriedigt werden – mit gratisbier und vorteilspreis. der tag müßte doppelt so lang sein, damit ich das alles wieder auskotzen könnte.

vielleicht kann mir irgendjemand verraten, wie man solche werber wieder los wird?  ich befürchte, wenn ich den ’newsletter‘ mit einer mail und betreff ‚austragen‘ beantworte, geht das scheißspiel erst in die hauptrunde, und das alles war nur der höpfisch-mälzische vorgeschmack – sprich bitter…

thanx for help!

bähx, ich muß gerade noch dreimal *würgwürgwürg* sagen, weil  mich dieser dummenfang derartig anekelt!

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8 Antworten zu “bier:meinungs:bild:ung

  1. Bild und Bier passen doch erstaunlich gut zusammen, nicht nur wegen der frappierenden Ähnlichkeit der Worte. Mit Bier im Blut merkt man nicht wie verblödend diese Zeitung eigentlich ist. Keine Ahnung was mehr Hirnzellen zerstört. Ich glaube auch, daß man selbst an einem Kölsch länger trinkt, als man für das Lesen der Bild bräuchte.

    PS: Das mit dem Spam ist ärgerlich. Antworten würde ich auf keinen Fall! Markiere es als Spam und ab in die Tonne damit. Oder Du recherchierst mal wer hinter der Aktion steckt und drohst denen mit Abmahnung! Kann man den Verlag nicht dafür in Haftung nehmen? Gegen unerwünschte Werbung kann man oftmals mehr tun, als man glaubt.

    • kommt auf die biermenge an. steigender alkoholpegel, sinkendes niveau. ich nuckele an bier ohnehin immer ewig rum, bis es gar nicht mehr schmeckt, weils schal ist, so schal wie die inhalte der bildzeitung aber nicht.
      ich vermute, daß die marketingfirma gezielt auf internetseiten von firmen nach namen und mails sucht, so ähnlich wie callcenter telefonnummern generieren. wahrscheinlich ist die spammarkierung am einfachsten. generell finde ich den werbeterror unendlich lästig. vielleicht finden sich ein paar mitstreiter für eine sammelklage gegen das marketingunternehmen oder den verlag? die schuld wird bestimmt wieder auf die externen subsubsubunternehmer abgewälzt, der womöglich nur irgendwo einen briefkasten hängen hat…

  2. Haha, das geilste an dem Angebot ist aber der „Exclusiv Präsentkarton“. Bedruckte Pappe gratis dazu? Zu geil! Bier gibts jedenfalls keins!!! Gibt es echt Leute die darauf reinfallen?

    Deutsch bzw. Englisch scheinen diese Marketingspakkos auch nicht zu können. Also entweder exklusiv oder exclusive aber sicher nicht exclusiv.

    • nee, ich glaube, werbetexter können nur noch denglisch. wenn ich mir die werbung so richtig betrachte, ist der präsentkarton (erinnert stark an präsentkorb und rundstrick) noch das beste, weil man den in der mülltonne entsorgen kann und die pappe wiederverwertung findet. bestimmt gucken die besteller dann entsetzt, wenn sie neben nur (!) zwei bierflaschen auch noch zwei hefeweizengläser aus der pappe ziehen… *augenroller*. keine ahnung, ob das jemand bestellt. ich würde es weder wegen des bieres noch wegen des anderen ungelesenen altpapiers ordern.

  3. In dem Angebot steht nichts von Bier oder Gläsern. Es gibt nur den ollen Pappkarton. Was für ’ne Verarsche!

  4. Hmm, das macht mich jetzt stutzig. Normalerweise steht immer dabei was genau enthalten ist. Bier und Gläser sind zwar abgebildet aber nicht in dem Angebotstext beschrieben. Damit würde sich Springer ja echt in Unkosten stürzen. Stell‘ Dir vor was das Porto kostet.

    • ich bin auch verwirrt. auf dem wisch steht tatsächlich nur hochwertiger erdinger präsentkarton. sollte das lediglich den griff betreffen? ich bestell’s jedenfalls trotzdem nicht *lach*.

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