mitteilungen an fremde

bloggen oder überhaupt computervermittelte kommunikation stoßen oft an die grenzen der mitteilbarkeit. die bemühung um klarheit in der sprache ist eine voraussetzung, um mißverständnisse zu vermeiden. dennoch sind nicht alle nutzer mit dem gleichen erfahrungshorizont ausgestattet. da kann man noch so plausibel tags wie satire und glosse hinzufügen, sie werden einfach nicht wahrgenommen (das wesentliche kleingedruckte). das fehlen von tonfarben, gestik und mimik erschweren die einordnung beim leser zusätzlich. wenn ich aber auf emoticons zurückgreifen muß, um ganz sicher zu gehen, daß jeder die anspielungen versteht, dann habe ich entweder die falsche wortwahl getroffen oder aber ich rechne überhaupt nicht mit trugschlüssen. schließlich lebt irgendwie jeder in seiner eigenen wahrheitskapsel, die nicht ohne empathie zu durchdringen ist. ich will den grad der lesarten auch gar nicht reglementieren, denn die bedeutungszuweisung muß der für sich selbst verantwortliche leser treffen. wenn ich anfangen soll, eine interpretation meiner texte zu geben, dann würde ich eher auf das schreiben verzichten. der vorteil an der informationsmenge ist doch gerade die möglichkeit der selektion, ohne die man im datenmeer ertrinken würde.

hinzu gesellt sich die flüchtigkeit des lesens. ich würde das  textkonsumieren im internet am ehesten mit den erwartungen eines kunden am schnellimbiß vergleichen. etwas nicht sofort verstehen zu können, löst nicht zwangsweise ein nachdenken oder gar wiederholende lektüre aus, was bei mir genau umgekehrt ist.  da, wo ich wenig ahnung habe, versuche ich mein wissen zu vertiefen, wenn es meinen interessen entspricht. es besteht ja keinerlei lesezwang. ich muß mich aber nicht unbedingt dazu äußern, nur um überhaupt irgendeine meinung zu vertreten oder mir traffic zu generieren.

es gibt durchaus lesenswertes und empfehlenswertes in der internetwelt. beiträge, bei denen ich zum nachdenken angeregt werde, die von hohem sprachgefühl und hohem grad der reflexion zeugen, manchmal auch einfach nur neue fragen aufwerfen. ich räume mir da selbst noch ein wenig zeit mit der beurteilung ein, um die entwicklung zu verfolgen und irritationen zu vermeiden. schnellschüsse gibt es in der kommunikation doch wahrlich zuhauf. ich führe keinen wortkrieg mit sperrfeuer.

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