schreib:weise:n

sprachmutationen kann man ohne große mühen überall entdecken. in diesem fall war es mal wieder ein schau:fenster in berlin-friedrichshain. könnte man das sprechen doch nur anschauen. würden gewiß noch mehr fehler auf bis dato unbeflecktes papier oder in textdateien geschrieben.

microsofts rechtschreibprüfung bietet nach wie vor kurioseste korrekturvorschläge an – bspw. verändert er die länderabkürzung ‚fra‘ (frankreich) immer mit autokorrektur in ‚frau‘ – leben wie die göttin in frankreich  – ka:lauert es in mir. aus dem nachnamen büschelberger bildet word eben frau bügelbrett (ob die dame flachbrüstig oder nur hausfrau ist, kann das programm nicht verraten). übersetzer haben für die unfreiwillig entstehende wortkomik den begriff cupertino-effekt aus den korrekturvorschlägen der textsoftware übernommen. auch die abkürzung für desoxyribonukleinsäure (dna) verwandelt die software ungefragt in ‚dann‘. freilich könnte man diese ach so ungebräuchliche verknappung auch manuell dem benutzerwörterbuch hinzufügen. nur ist ‚dna‘ bei weitem keine neue wortkreation! und die dudenredaktion schafft es ja schließlich auch, jährlich neue begriffe abzudrucken.

was aber tun, wenn man schriftsprache und gesprochenes wort nicht mehr trennen kann? im duden nachschauen – wäre mein erster tip (ich benutze übrigens nicht regelkonform die alte rechtschreibung!).  mein nächster tip – falls kein nachschlagewerk in buchform zur hand sein sollte: im internet suchen! und dabei auf die seriösität der quelle achten!

und hier nun das corpus delicti:

dounat

dounat! nicht fisch, nicht fleisch, ein pfannkuchen! – wenn auch schwer zu erkennen. es gibt zwei mir bekannte schreibweisen des wortes: donut oder doughnut. die oben abgebildete ist nicht mal denglisch/germish. möglicherweise einfach lautsprachlich, aber dann hätte ich vermutlich eher diese variante gewählt: ‚dohnat‚. der schreiber erinnerte sich offenbar dunkel an die buchstabenkombination ‚ou‘ im wort, ‚g‘ und ‚h‘ sind überflüssig, weil unhörbar. und warum sollte man das englische ‚u‘ nicht mit einem ‚a‘ transkribieren?

warum nicht? andere verwirren? aber wenigstens hat das abschreiben perfekt geklappt: beck’s (auf dem foto sogar in großbuchstaben und sogar mit apostroph!). das verdient ernsthaftes und goldiges lob…

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