neumodig oder wie legasthenische banker sprechen

muttersprachler sind im vorteil, wenn es um aussprache und schreibweise geht. dachte ich bis zu dem moment, als ich kürzlich einen banker reden hörte. schaltergespräche sind seltener geworden, seit ich homebanking nutze. die banker-aussprache klingt in letzter zeit im zusammenhang mit der wirtschaftskrise (da fault fast die tastatur beim aufschreiben, so tot geredet ist das wort) eher aus fernseher- und radiolautspechern.

dummerweise befand ich mich in begleitung eines freundes, der gerade wieder unterrichtsstunden in sprecherziehung nahm. der lautsprachliche bänker wollte über das neumodische kautionskonto aufklären. er sagte aber:

neumodig!

nun ist ein im deutschen sprachraum relativ weitverbreiteter sprachfehler, die endung „ig“ nicht wie „ich“ auszusprechen. neu erscheint mir jedoch, daß man die endung „isch“ wie „ig“ aus dem mund entläßt. verwirrt suche ich nach antworten von linguisten oder logopäden…

eine plausible erklärung lieferte mir der sprecherzieher-eleve jedenfalls nicht. steckt die angst vor der aussprache von zischlauten dahinter? oder kann das tatsächlich an einer lese-rechtschreib-schwäche liegen? oder war gar nur ein kurzzeitiger synapsenverschluß schuld am versprecher?

ich hab jedenfalls zerbissene lippen. mußte mir ja das korrigieren verkneifen („scheiß lehrerkind“…). kann jemand meine fragezeichen in satzpunkte umwandeln? danke! mfg

ps: dyskalkulie muss epidemisch unter bankern grassieren. wie lässt sich die derzeitige wirtschaftslage sonst erklären…

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Eine Antwort zu “neumodig oder wie legasthenische banker sprechen

  1. Hallo Wortfeile!

    Wo hat sich das Gespräch denn zugetragen? Falls es in Mitteldeutschland war, oder der Sprecher daher kommt, gibt es tatsächlich eine Erklärung für das Phänomen. Man nennt es Hyperkorrektur und es hat mE nichts mit Dummheit zu tun.
    Der Mann sagt eigentlich umgangssprachlich immer „isch“ und weiß vor lauter „isch“ nischt 😉 mehr, welche der Wörter ursprünglich mit „ig“ waren. Um hochdeutscher zu klingen „korrigiert“ er das „isch“ zum „ig“, auch wenn es gar nicht nötig wäre. Ich habe zu dem Phänomen ein bißchen was geschrieben, vielleicht magst Du ja mal vorbeischauen: Ach, ich und die Kirschen

    Viele Grüße,
    Kristin.

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